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Die Geschichte von JMDaten
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| Die Geschichte von JMDaten reicht bis in die computertechnologische Steinzeit zurück. Als ich 1985 beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" die Organisationsleitung übernahm, war die Bundesgeschäftsstelle bereits mit einem für damalige Verhältnisse hypermodernen Mehrplatzsystem von Bull (einer sogenannten mittleren Datentechnik) ausgerüstet. Vom bürotauglichen Personal Computer (PC) war weit und breit noch nichts zu sehen. |
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Auf dieser Bull lief eine Integrierte Software, die neben einer Textverarbeitung vor allem eine Adressdatenbank der Teilnehmer und Juroren verwaltete. Damit konnten folgende Drucksachen erstellt werden: Serienbriefe, Adressetiketten und Teilnehmerlisten. Alle anderen mussten in Handarbeit erledigt werden:
- Die Teilnehmerausweise mussten mit Adressetiketten beklebt und dann von Hand bzw. per Schreibmaschine ausgefüllt werden und konnten den Teilnehmern erst bei ihrer Ankunft am Wettbewerbsort an der Teilnehmerbetreuung ausgehändigt werden.
- Die Karteikarte, zentrales Arbeitsmittel für die Unterbringung und Verpflegung, wurde ebenso mit aufgeklebtem Adressaufkleber per Hand erstellt.
- Die Ergebnislisten wurden vor Ort mit der Schreibmaschine geschrieben.
- Die Ergebnisse wurden nach Rückkehr vom Bundeswettbewerb in das Bull-System übertragen.
- Die Urkunden wurden im Sommer oder Herbst nach dem Wettbewerb mit der Schreibmaschine ausgefüllt und an die Teilnehmer versandt.
- Die Essensbestellungen mussten in der Woche vor dem Wettbewerb von einem kleinen Team von Hand gezählt ("gestrichelt") werden.
- Das gesamte Vorspielprogramm des Bundeswettbewerbs wurde in mehrtägiger Schreibarbeit jeweils über Ostern als Text in die Bull eingeschrieben.
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1988 - inzwischen waren die PCs leistungsfähig genug - begann ich deshalb mit der Entwicklung des PC-gestützten Verwaltungsprogramms JMDaten, das den Vorteil hatte "mobil" zu sein, d.h. der Rechner konnte nun auch vor Ort beim Bundeswettbewerb eingesetzt werden: Ergebnisse konnten sofort eingetragen werden und alle entsprechenden Ausdrucke standen vor Ort zur Verfügung. Nach dem Wettbewerb konnten die Ergebnisse dann maschinell in die Bull übertragen werden
Im Laufe der Zeit wurde dann das starre und nicht mehr ausreichende Mehrplatzsystem zugunsten eines mobilen PC-Netzwerkes ersetzt, so dass heute beim Bundeswettbewerb ein komplettes Netzwerk mitreist und vor Ort mit ca. 30 Rechnern installiert wird. |
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Aufgrund der ständigen Weiterentwicklung von JMDaten steht heute ein integriertes, praxiserprobtes Programm zur Verwaltung der Wettbewerbe zur Verfügung. Die Bundeswettbewerbsteilnehmer von heute kommen somit in den Genuss folgende Vorteile:
- Der Teilnehmerausweis kann nun in ansprechendem Design vor ab mit dem letzten Rundschreiben an die Teilnehmer versandt werden und er enthält nicht nur alle Buchungsdaten für Unterbringung, Verpflegung und Konzerte, sondern gilt auch als Fahrkarte für den Öffentlichen Nahverkehr.
- Die Karteikarte hat ausgedient. Seit dem 38. Bundeswettbewerb 2001 arbeitet die Teilnehmerbetreuung nur noch an PC-Terminals.
- Die Ergebnislisten stehen sofort nach der Bekanntgabe als Druckversion und im Internet zur Verfügung.
- Die Urkunden können beim Wettbewerb ausgedruckt von den Teilnehmenden sofort mitgenommen werden.
- Die Bestellungen der Teilnehmenden für Essen, Unterkunft, Konzerte und Rahmenprogramm werden bereits bei Ihrer Teilnahmeanmeldung erfasst. So stehen diese Kapazitäten Wochen vor Veranstaltungsbeginn fest und erlauben eine optimale Auslastungssteuerung.
- Die Vorspielwerke werden in eine Datenbank eingegeben, aus der das gesamte Vorspielprogramm, die Jurybewertungsbögen und Konzertprogramme direkt ausgegeben werden können.
- Das Programm verfügt über eine Komponistendatei, die über 30.000 Komponisten enthält, qualifiziert mit Lebensdaten und Epochenzuordnung. Sie ist aus der jahrelangen Arbeit an den Jugend musiziert- Literaturlisten entstanden und wächst mit jedem neuen Wettbewerb.
- JMDaten erlaubt somit nicht nur Organisation und Verwaltung der Wettbewerbe, sondern hat sich auch zu einem Nachschlagwerk und Instrument für pädagogische, musikalische und kulturpolitische Fragestellungen und Auswertungen entwickelt.
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Von Anfang an stand hinter dem Projekt JMDaten auch die Idee, damit ein Werkzeug für die Regional- und Landeswettbewerbe zur Verfügung zu stellen.
Folgende Glücksfälle haben dies nun ermöglicht:
- Nach mehreren ergebnislosen Versuchen konnte 1999 endlich ein Softwareentwickler, die Firma Schnelke, gefunden werden, die aus der dBase-basierten Arbeitsversion von JMDaten der Bundesgeschäftsstelle ein anwenderfreundliches, auf Windows lauffähiges Programmpaket entwickelte, für das keine besonderen EDV-Kenntnisse mehr erforderlich waren.
- Die Bundeswettbewerbsversion von JMDaten konnte durch die Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Hauptsponsors Sparkassen Finanzgruppe realisiert werden.
- Dank der Unterstützung der Stiftung Deutsche Jugendmarke konnte nun aus der Bundeswettbewerbsversion von JMDaten eine Version für die Regional- und Landeswettbewerbe realisiert werden, die den Regionen und Ländern kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
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Die Bundesgeschäftsstelle "Jugend musiziert" dankt allen, die durch finanzielle Unterstützung und durch aufmerksame Begleitung zur Verwirklichung dieses Projekt beigetragen haben.
Wir freuen uns, dass wir JMDaten als Werkzeug zur Optimierung, Qualitätssteigerung und Arbeitserleichterung auch für die nichtfachlichen, ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der organisatorischen Durchführung und Verwaltung der Wettbewerbe "Jugend musiziert" in den Regional- und Landesausschüssen zur Verfügung stellen können. |
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Edgar Auer, München, 1. November 2003 |
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